Die Friedensbewegung der 1980er Jahre wußte die Aktionsformen der Studentenbewegung zu variieren. Nach Sit-In, Teach-In und Love-In kam im Umfeld der Blockaden von US-Militärbasen das Strick-In dazu (von Puke-In und co. ist vielleicht an anderer Stelle mal die Rede). Auch heute feiert das Polit-Stricken fröhliche Urständ – weniger in Deutschland, aber verstärkt in der angloamerikanischen Bewegung gegen den Krieg im Irak und gegen die G8. Während dem Strick-In hierzulande ein wenig das Geschmäckle des Grünen-Parteitags anhängt, haben Stricklieseln weltweit alte Handarbeitstraditionen entdeckt, um ihre Botschaften zu vermitteln. Street-Art-KünstlerInnen z.B. stricken öffentliches Mobiliar ein, Anti-Sweatshop-AktivistInnen duplizieren Logos in Strick und PazifistInnen verpassen Kriegsgerät eine wärmende rosa Hülle. Aber auch Nichtregierungsorganisationen rufen zum Strick-Aktivismus auf. So ließ die End Water Poverty Coalition einen Fluß stricken, um auf den Mangel an sauberem Trinkwasser hinzuweisen.
Das Strick-In lebt
31 August 2007 von Simon