Die Imatrikulationsfeier der Freien Universität Berlin schmückt sich regelmäßig mit Prominenten. Die gestrige Feier, bei der der Vorsitzende des Rates der evangelischen Kirche, Bischof Professor Huber, einen Sermon vor den jungen Studierenden hielt, stand ganz im Zeichen des Aufstiegs der Universität zur Elite. Derjenige, dem dieser Erfolg ganz alleine gehört, FU-Präsident Dieter Lenzen, wurde bei der Immatrikulation mit frenetischem Aplaus gefeiert. Der bei den Feierlichkeiten zahlreich anwesende Dieter-Lenzen-Fanclub bedachte die Erwähnung der Stichworte „Exzellenz“ und „Drittmittel“ mit Hochrufen und anhaltendem Applaus. Die Begeisterung, die sich auch in Sprechchören wie „Freies Denken brauch ich nicht! Dieter sprich! Dieter sprich!“ und in einer Lobeshymne Bahn brach, führte dazu, dass die Rede des Präsidenten ungehört verhallte und dieser vorzeitig und wütend wie ein Nilpferd das Auditorium Maximum verließ (vielleicht auch wegen der Stinkbombe, die langsam ihre Wirkung entfaltete). Kurios an dieser exzellenten Episode ist, dass die offizielle Seite der FU von dem Ereignis berichtet, ohne dass der außerplanmäßige Verlauf mit einem Wort erwähnt würde. Immerhin ist die Rede seiner Exzellenz auf der Internetseite für all jene abrufbar, die während der Immatrikulationsfeier Probleme hatten, dem Präsidenten zu folgen. Das Foto, im Kopf dieser Internetseite macht das Bild der Borniertheit gegenüber der Kritik perfekt: auf ihm sieht man Zuhörer, wie sie sich das FU-Präsidium gewünscht hätte – brav klatschend.
27 Oktober 2007 at 12:34
Solidarische Immatrikulationsfeier von unserem Präsidenten
http://www.dieter-lenzen.de/wordpress/?p=9
Presse-Spiegel Proteste bei der FU Immatrikulationsfeier
http://www.freie-bildung-berlin.de/?p=242
Eklat bei FU Immatrikulationsfeier:
http://www.astafu.de/aktuelles/archiv/a_2007/presse_10-24
17 November 2007 at 1:29
Sehr schön diese Skizze zur Veranstaltung zu lesen. Die Exzellenz der gegenwärtigen Hochschulaktivitäten in diesem Land sind weniger als müde und farbloser als grau. Kritik ist, was in der Regel fehlt – durch Schönretusche.
Gruß
http://www.marcalexanderskibowski.wordpress.com