Posts Tagged ‘Frankfurt’

Nach der Blockade einer Rodungsmaschine ist eine Gegnerin des Flughafenausbaus in Frankfurt in einem absurden Schmerzensgeldverfahren freigesprochen worden. Eine Polizistin wollte die Aktivistin dafür zur Kasse bitten, dass sie sich beim Wegtragen in der Gefangenensammelstelle verletzt hatte. Die Richterin am Frankfurter Amtsgericht entschied, dass solche Verletzungen -besonders bei Polizeibeamt_innen- zum „allgemeinen Lebensrisiko“ gehören und wies die Klage ab.

Die geforderten 1.200 Euro liegen weit über dem Ergebnis eines ungewöhnlichen Vergleiches zwischen einem Castorgegner und einem ihm persönlich bekannten Polizisten. Der Ordnungshüter hatte den Demonstranten auf Schmerzensgeld verklagt, weil dieser ihm in die Hand gebissen habe. Dafür schienen ihm 4.100 Euro angemessen. Während der Gerichtsverhandlung, in der Aussage gegen Aussage stand, zückte der Beklagte einen 50 Euroschein, den der Polizist schließlich als Schadensersatz akzeptierte.

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Genug der Schelte für den blau-gelben Discounter! Nach der Stasi-Affäre bei Lidl und den Anfeindungen von GewerkschafterInnen und anderen Gutmenschen setzen sich die MitarbeiterInnen der Supermarkt-Kette nun für ihren Arbeitgeber ein – und gehen auf die Straße. Der Bericht auf Indymedia zu der Demonstration in Frankfurt am Main ist seit langem einer der ungewöhnlichsten auf der Seite. Parolen wie „Ich arbeite gerne bei Lidl – auch ohne Betriebsrat“ sind wohl doch keine Kommunikationsguerilla-Aktion. Zumindest läßt die gleichnamige Internetseite keinerlei Brechung dieser kuriosen Position erkennen. Näher kommt man des Pudels Kern, wenn man die Sonderberichterstattung von BildOnline zu dem Thema sieht. Angesichts der sonst so unterirdischen Berichterstattung über Demonstrationen erstaunt die positive Bezugnahme auf die Proteste für einen der größten Werbepartner des Boulevardblattes. Fällt doch das Anliegen der Demonstranten auf wundersame Weise zusammen mit der Image-Offensive der Lidl-Stiftung, die ebenfalls (als Anzeige) auf der Bild-Seite zu besichtigen ist.

Rauchen in SachsenhausenHessens Wirte schlagen zurück. Um das drohende Rauchverbot in hessischen Gaststätten abzuwenden, rufen Sie nun jeden Montag zu einer Demonstration in Frankfurt auf. Ministerpräsident Koch werfen Sie vor, durch die Nichtraucherschutzmaßnahme die Existenz kleiner Kneipiers zu gefährden. Dem Bericht über die gestrige Demonstration auf Indymedia blieb allerdings bislang der Eintrag auf der Startseite verwehrt. Die Fotos, mit denen ein Teilnehmer die Demonstration einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat, scheinen vom Beginn der Demonstration zu stammen. Laut Indymedia-Bericht reihten sich zu den anfänglichen 70 TeilnehmerInnen spontan rauchende Passanten ein, so dass der Protestzug auf 250 Nikotinisten anwuchs. Moderater geben sich die Wirte in Bad Homburg. Mit einer Protestadresse an die Stadt versuchten Sie auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Unterschriftenaktion mit dem eingängigen Motto „unsere Kneipe soll eine Raucherkneipe bleiben“ schaffte es mit 380 UnterzeichnerInnen immerhin genauso in den Lokalteil der Frankfurter Rundschau wie die Montagsdemo. Eine Unterschriftenaktion gibt es in Frankfurt übrigens auch.

Nachtrag (23.10.): Heute erscheint endlich ein Bericht mit Fotos von der letzten Montagsdemonstration auf der Startseite von Indymedia.

Nachtrag (31.10.): Nach der fünften Montagsdemo hält auf Indymedia die Diskussion an, ob man als LinkeR auf eine Raucher-Demo gehen kann.