Posts Tagged ‘Frieden’

Blutige HändeProtest in Farbe: In der letzten Woche empfingen Code Pink AktivistInnen die US-Außenministerin Condoleezza Rice bei einer Sitzung des Außenausschusses. Einige waren nicht in den Sitzungssaal eingelassen worden, weil sie Pink trugen, die Farbe, die sich die Friedensbewegung in den letzten Jahren zueigen gemacht hat. Eine der FriedensdemonstrantInnen drang allerdings bis zu der Chefdiplomatin vor, um Condi ihre rot bemalten Hände zu zeigen. Die Aktion, mit der die Code Pink AktivistInnen die blutige Realität des Krieges in die abstrakte außenpolitische Diskussion bringen wollten, brachte es in den USA auf die Titelseiten. In einer anderen kriegführenden Nation war auch früher schon die Farbe rot benutzt worden, um das Blut der im Krieg Ermordeten sichtbar zu machen: die Gruppe bomb London hat ein besonderes Faible für Hämoglobin. Unter anderem färbte die Gruppe 2005 den Brunnen am Trafalgar Square rot ein.

Rachel Kutz-Flamenbaum: Code Pink, Raging Grannies, and the Missile Dick Chicks: Feminist Performance Activism in the Contemporary Anti-War Movement, NWSA Journal 19 (1) 2007, S. 89-105.

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Mit der Initiative „Panties for Peace“ wollen FriedensaktivistInnen weltweit zum Fall der Birmesischen Junta beitragen. Einem Aberglauben im Südostasiatischen Raum zufolge läßt der Kontakt zu Frauenunterwäsche die Macht des Regimes schwinden. Selten war Regime-Change so einfach – und friedlich – möglich. Die Friedensbewegten rufen dazu auf, den Botschaften von Myanmar Pakete mit Leibwäsche zu schicken, um die Generäle mit panty power in die Knie zu zwingen. Ähnliches versuchten schon deutsche InternetnutzerInnen, die Kanzler Schröder aus Protest gegen die Agenda 2010 ihr letztes Hemd zuschickten. Allein fehlte hierzulande der Aberglaube – andererseits gings danach für Schröder eher abwärts.

In Deutschland gehört alte Unterwäsche hierhin: U Tin Win, Embassy of the Union of Myanmar, Thielallee 19, 14195 Berlin

Schick in StrickDie Friedensbewegung der 1980er Jahre wußte die Aktionsformen der Studentenbewegung zu variieren. Nach Sit-In, Teach-In und Love-In kam im Umfeld der Blockaden von US-Militärbasen das Strick-In dazu (von Puke-In und co. ist vielleicht an anderer Stelle mal die Rede). Auch heute feiert das Polit-Stricken fröhliche Urständ – weniger in Deutschland, aber verstärkt in der angloamerikanischen Bewegung gegen den Krieg im Irak und gegen die G8. Während dem Strick-In hierzulande ein wenig das Geschmäckle des Grünen-Parteitags anhängt, haben Stricklieseln weltweit alte Handarbeitstraditionen entdeckt, um ihre Botschaften zu vermitteln. Street-Art-KünstlerInnen z.B. stricken öffentliches Mobiliar ein, Anti-Sweatshop-AktivistInnen duplizieren Logos in Strick und PazifistInnen verpassen Kriegsgerät eine wärmende rosa Hülle. Aber auch Nichtregierungsorganisationen rufen zum Strick-Aktivismus auf. So ließ die End Water Poverty Coalition einen Fluß stricken, um auf den Mangel an sauberem Trinkwasser hinzuweisen.