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polizeimotorrad3Und wieder geht es um Fahnen. Geistesgegenwärtig handelte die Duisburger Polizei am vergangenen Wochenende. Als aus einer von Milli Görüs angemeldeten Demonstration gegen die israelischen Angriffe auf den Gaza-Streifen heraus Israelfahnen attackiert wurden, die aus dem Fenster eines Mietshauses hingen, entschied sich die Einsatzleitung zu schneller Abhilfe. Um eine Eskalation zu verhindern, drangen Polizisten in die Wohnung ein und entfernten kurzerhand die Nationalsymbole, die die Gemüter erhitzt hatten. Die Lage beruhigte sich sofort. Die Beamten erhielten sogar Beifall von den DemonstrationsteilnehmerInnen. Der Wohnungseientümer, der auf dem Gehweg Parolen wie „Tod Israel“ als Reaktion auf seine Fahnen dokumentierte, sah sich nicht nur in seiner Meinungsäußerung eingeschränkt, sondern hatte zudem eine aufgebrochene Wohnungstür zu beklagen. Nachdem die Amtshandlung zuvor gerechtfertigt worden war, entschuldigte sich der Duisburger Poizeipräsident schließlich für die Aktion. Eine ganz eigene Deutung fügte der nordrhein-westfälische CDU-Generalsekretär, Hendrik Wüst, der Episode hinzu: „Am Ende kommt es noch soweit, dass ich meine Deutschlandfahne einholen muß, weil irgendjemand daran Anstoß nimmt.“ So schnell wird man als Deutschnationaler zum Opfer.

Für den Fahnen- und Wohnungsbesitzer hatte die Demonstration noch weitere Folgen: Als er zwei Stunden später nach Hause wollte, standen immer noch Jugendliche vor dem Haus, die seine Wohnung mit Wurfgeschossen eindeckten. Die Anwesende Polizei riet, man solle sich vom Fenster fernhalten. Als ein Bekannter weitere zwei Stunden später zum Rauchen auf den Balkon trat, wurde er prompt als „Scheissjude“ beschimpft. Wiederum trat die Polizei auf den Plan. Um die Situation zu deeskalieren, erteilte Sie dem Bekannten für die Wohnung einen Platzverweis.

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