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Genug der Schelte für den blau-gelben Discounter! Nach der Stasi-Affäre bei Lidl und den Anfeindungen von GewerkschafterInnen und anderen Gutmenschen setzen sich die MitarbeiterInnen der Supermarkt-Kette nun für ihren Arbeitgeber ein – und gehen auf die Straße. Der Bericht auf Indymedia zu der Demonstration in Frankfurt am Main ist seit langem einer der ungewöhnlichsten auf der Seite. Parolen wie „Ich arbeite gerne bei Lidl – auch ohne Betriebsrat“ sind wohl doch keine Kommunikationsguerilla-Aktion. Zumindest läßt die gleichnamige Internetseite keinerlei Brechung dieser kuriosen Position erkennen. Näher kommt man des Pudels Kern, wenn man die Sonderberichterstattung von BildOnline zu dem Thema sieht. Angesichts der sonst so unterirdischen Berichterstattung über Demonstrationen erstaunt die positive Bezugnahme auf die Proteste für einen der größten Werbepartner des Boulevardblattes. Fällt doch das Anliegen der Demonstranten auf wundersame Weise zusammen mit der Image-Offensive der Lidl-Stiftung, die ebenfalls (als Anzeige) auf der Bild-Seite zu besichtigen ist.

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Baumbesetzung in BraunschweigAuch wenn die Großdemostration in Rostock und die Blockaden rund um Heiligendamm die einzigen Proteste gegen den G8-Gipfel waren, die in den Wohnzimmern der Nation ankamen, wurden hunderte Aktionen umgesetzt ohne auf die große Resonanz zu schielen. So hatte etwa die 1. Mai Demonstration der Braunschweiger Gewerkschaften ein Nachspiel in einem Park unweit des Hauptbahnhofes. Antikapitalisten besetzten einen Baum und informierten Feiertagsflaneure über ihre Kritik an dem Gipfeltreffen. Weniger revolutionär gaben sich GlobalisierungskritikerInnen bei einer Aktion in Rostock. Mit Kreide schrieben sie Parolen wie „faire Preise und Löhne“ an eine Lidl-Filliale. Auch der Speckgürtel rund um Berlin war nicht vor den Aktionen der GipfelkritikerInnen sicher. In Kleinmachnow fand einen Monat vor dem Regierungstreffen in Heiligendamm ein Kaufmarsch gegen G8 statt, bei dem das Modell der Parade mit geschmückten Einkaufswagen im Kleinen umgesetzt wurde. Auch bei dieser Aktion wurden NormalbürgerInnen mit Redebeiträgen und Flugblättern die Kritik an der Institution G8 nahegebracht.