Posts Tagged ‘öffentlicher Raum’

Schaut Euch den Aktionstag von Belgischen Überwachungskritikern am 8. April 2008 an. Nach der üblichen Skandalisierung von Jugendgewalt sollte die Zahl der Überwachungskameras im Brüsseler öffentlichen Raum massiv erhöht werden. In der Tradition der Surveillance Camera Players haben sich die örtlichen Gegner des Big Brother ganz einfach die Objekte der Kritik angeeignet. Am Stichtag inszenierten sie vor ihren Lieblings-Überwachungskameras das eigene Programm: Tortenwürfe, Tänze und lyrische Performances. Die Teilnahme des Tortenwurfveterans Noel Godin bewegte auch die taz zu einem Artikel.

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Innere SicherheitIn Innsbruck gibt es seit kurzem eine vom Freiraum Kollektiv erstellte Selbstschutzzone. Die Zone ist eine Reaktion auf die – laut ORFim Kampf gegen die berüchtigte Marokkaner-Szene“ – von der Polizei ausgerufenen, kameraüberwachten „Schutzzonen“ . In Zeiten, in denen innere Sicherheit nicht mehr nur eine staatliche Aufgabe ist, erhöht die in der Sillparkunterführung eingerichtete Zone das subjektive Sicherheitsgefühl. Die Selbstschutzzone funktioniert nach der Methode: „Selbst Beobachten, selbst Kontrollieren, selbst Schützen – sicher fühlen“. Da wird jede Überwachungskamera überflüssig. Auch toll: es gibt sogar ein Making of.

via rebel-art

Schick in StrickDie Friedensbewegung der 1980er Jahre wußte die Aktionsformen der Studentenbewegung zu variieren. Nach Sit-In, Teach-In und Love-In kam im Umfeld der Blockaden von US-Militärbasen das Strick-In dazu (von Puke-In und co. ist vielleicht an anderer Stelle mal die Rede). Auch heute feiert das Polit-Stricken fröhliche Urständ – weniger in Deutschland, aber verstärkt in der angloamerikanischen Bewegung gegen den Krieg im Irak und gegen die G8. Während dem Strick-In hierzulande ein wenig das Geschmäckle des Grünen-Parteitags anhängt, haben Stricklieseln weltweit alte Handarbeitstraditionen entdeckt, um ihre Botschaften zu vermitteln. Street-Art-KünstlerInnen z.B. stricken öffentliches Mobiliar ein, Anti-Sweatshop-AktivistInnen duplizieren Logos in Strick und PazifistInnen verpassen Kriegsgerät eine wärmende rosa Hülle. Aber auch Nichtregierungsorganisationen rufen zum Strick-Aktivismus auf. So ließ die End Water Poverty Coalition einen Fluß stricken, um auf den Mangel an sauberem Trinkwasser hinzuweisen.