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Baumbesetzung in BraunschweigAuch wenn die Großdemostration in Rostock und die Blockaden rund um Heiligendamm die einzigen Proteste gegen den G8-Gipfel waren, die in den Wohnzimmern der Nation ankamen, wurden hunderte Aktionen umgesetzt ohne auf die große Resonanz zu schielen. So hatte etwa die 1. Mai Demonstration der Braunschweiger Gewerkschaften ein Nachspiel in einem Park unweit des Hauptbahnhofes. Antikapitalisten besetzten einen Baum und informierten Feiertagsflaneure über ihre Kritik an dem Gipfeltreffen. Weniger revolutionär gaben sich GlobalisierungskritikerInnen bei einer Aktion in Rostock. Mit Kreide schrieben sie Parolen wie „faire Preise und Löhne“ an eine Lidl-Filliale. Auch der Speckgürtel rund um Berlin war nicht vor den Aktionen der GipfelkritikerInnen sicher. In Kleinmachnow fand einen Monat vor dem Regierungstreffen in Heiligendamm ein Kaufmarsch gegen G8 statt, bei dem das Modell der Parade mit geschmückten Einkaufswagen im Kleinen umgesetzt wurde. Auch bei dieser Aktion wurden NormalbürgerInnen mit Redebeiträgen und Flugblättern die Kritik an der Institution G8 nahegebracht.

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Nach den Brandkundgebungen und den Razzien im Vorfeld der G8-Proteste gab es ja einige Aufregung. Die Bildzeitung war natürlich in Alarmbereitschaft versetzt. Da kam der Zugriff der Hamburger Polizei gerade recht, die nach Auffassung der Zeitung zwei „Autonome“ inflagranti beim Sprühen von „‚Revolution‘ und anderen Polit-Parolen“ erwischt hatte. Dankenswerterweise existierte auchein nächtliches Blitzlichtfoto, mit dem man aufmachen konnte. Dummerweise stellte sich heraus, dass es sich bei den Festgenommenen um „stadtbekannte Neonazis“ handelte, deren Polit-Parole „Zionisten sind Mörder“ lautete und mit einem Hakenkreuz garniert war. Der/dem Bild-ReporterIn hatte die schwarze Kleidung genügt, um davon auszugehen, dass da Autonome am Boden lagen.